Johannes Heldén

The Lighted Trail

06.06.2026 - 02.08.2026

Johannes Heldéns Ausstellung The Lighted Trail führt die Besucher:innen in einen dämmrigen Raum, in dem Licht die Kunstwerke nicht nur aus der Verborgenheit hervorholt, sondern selbst zu ihrem zentralen Bestandteil wird. Es entstehen Lichtinseln, die eine klare Trennung zwischen dem Raum der Betrachter:innen und jenem der Werke markieren. Wie in einer frühneuzeitlichen Wunderkammer entziehen sich die Arbeiten durch diese Vereinzelung dem Selbstverständlichen, laden zur Distanz ein und lassen vermeintlich Bekanntes fremd erscheinen.

Konkret wird diese Einladung, wenn man sich in den Text von Second Edition (for Kunsthal Thy vertieft. Es handelt sich hierbei um ein Glossar, in dem belebten und unbelebten Dingen Definitionen gegeben werden. Doch es sind keine bloßen Beschreibungen, denn die Einträge enthalten Hinweise auf Ereignisse, die nicht greifbar werden, sowie auf einen Erzähler, der selbst fremd bleibt. Dieses Glossar war bereits Teil von Johannes Heldéns Buch Astroecology und wurde seitdem immer wieder um neue Einträge erweitert. Es basiert auf einer spekulativen Auseinandersetzung mit der Möglichkeit ökologischer Systeme jenseits der Erde sowie mit Verbindungen zwischen Menschen und anderen Spezies, die bislang noch nicht bestehen. Durch den Text wächst langsam eine Pflanze – sie fügt eine Bewegung und damit eine Genese hinzu, die von den umgebenden Arbeiten aufgegriffen wird.

Einer dieser spekulativen Ansätze findet sich in der Arbeit Manta Ray: ein Rochen, dessen Körper sich unter der Projektion aufzulösen scheint. Zum Vorschein kommt ein Exoskelett, das aus Abfall besteht, den er sich im Meer angeeignet hat.

Auch die Projektion eines Vogels (Anatomy of a Dream) ist zu sehen, dessen Körper sich langsam zwischen fremdartiger Technologie und organischer Materie zu materialisieren scheint, während Textfragmente erscheinen und wieder verschwinden. In Exit Ramp Listener erscheint die Projektion einer Landschaft zunächst natürlich und regt doch am Ende zum Zweifel darüber an, ob es überhaupt noch etwas gibt, das als natürlich gelten kann.

Die Einladung an die Besucher:innen, die vermeintlich vertraute Umwelt neu zu sehen, endet nicht mit dem Verlassen der Ausstellung. Am 21. Juni wird Johannes Heldén einen Poetry Walk anleiten, bei dem die Umgebung der Kunsthal Thy gemeinsam erkundet wird.

Bio
Johannes Heldén ist bildender Künstler, Schriftsteller und Musiker. Seine interdisziplinäre Praxis befasst sich mit Poesie, Ökologie, Wahrnehmung, interspezifischer Kommunikation und narrativen Strukturen.

Seine Arbeiten wurden unter anderem auf der Gwangju Biennale, der Riga Biennial, der Desert X Biennial in Palm Springs, im Moderna Museet, in der Bonniers Konsthall und im Jüdischen Museum in Stockholm, beim Roskilde Festival sowie im Statens Museum for Kunst und im Dome of Visions in Kopenhagen, in der Kunsthall Trondheim, bei Wendy’s Subway/ISCP in New York, bei der ISEA in Vancouver, bei Broken Dimanche in Berlin, im Tampere Art Museum, im Centre Pompidou in Paris, im Inspace in Edinburgh und im NIMK in Amsterdam gezeigt.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit IASPIS, dem internationalen Programm der Konstnärsnämnden für Bildende Kunst und Design, realisiert.

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